Steht ein Flamingo im Garten. Mitten in Frankfurt. Ein echter Hingucker mit seinem zart hellrosa bis kräftig rot leuchtendem Gefieder. Phantasie? Von wegen.

Da schaust Du nichtsahnend aus dem Fenster in den Garten. Und da ist er: der Flamingo, der auf seinen langen dünnen Beinen, dem geschwungenen Hals und klobigen Schnabel über deine Wiese stakst.

Ich dachte immer, dass diese exotischen Vögel nur in einer tropischen Klimazone zuhause sind. Zoo und Wildparks in unseren Breitengraden natürlich ausgenommen. Dort stehen sie meist in der Gruppe mitten in einem Wassertümpel träge rum, oft auf nur einem Bein. Ist wohl so ein Tik von Flamingos.

Ich muss mich eines Besseren belehren lassen. Waren Flamingos früher nur in den Tropen heimisch, brüten die hellrosa Vögel mittlerweile auch in Deutschland. Experten vermuten, dass die ersten freilebenden Tiere Flüchtlinge aus Tierparks oder privaten Volieren waren. Daher kann man wilde Flamingos auch in unseren Breiten immer öfter in der freien Wildbahn bewundern. Beispielsweise im Zwillbrocker Venn im Münsterland – oder vielleicht bald auch in Deinem Garten.

Die schöne rosarote bzw. orange Farbe ihres Gefieders verdanken die Vögel übrigens ihrer Nahrung. Die verantwortlichen Farbstoffe – sogenannte Carotinoide – sind in u.a. in Krebsen und Algen enthalten. Das essen die Flamingos gern. Also: je mehr Krebse, umso intensiver die Farbe. Vielleicht nutze ich meinen Flamingo als Weihnachtsbraten? Immerhin: Früher wurden Flamingos  von Indianern oft wegen ihres Fleisches gejagt Auch bei den Römern galt Flamingo als Deikatesse, allerdings nur die Zunge. Hmmm, ich glaube, ich schaue mir die Vögel doch lieber einfach nur  an.

Foto-Copyright: Rike
Jordyn Weber (Lead)